Abschied: Gastgeber und Gäste vor dem Bürgerbüro in BischofswerdaHerbert Wehner erklärte Politik einmal als „das Regeln der Dinge, die alle angehen“. Wenn Politik wirklich alle angeht, warum fallen dann die Mitgliederzahlen in den Parteien und Bürgerinitiativen?
Die politische Bildung durch unter anderem das Herbert-Wehner-Bildungswerk will ihren Beitrag dazu leisten, den Menschen näher zu bringen, was sie alle angeht. Das Bildungswerk will die Bürgerinnen und Bürger zur Übernahme von Verantwortung in unserer Gesellschaft ermutigen und befähigen. Dies zu erreichen führt es Tagungen, Diskussionsveranstaltungen und Wochenendseminare durch. Auf letzterem konnte der SPD-Ortsverein Schwieberdingen wie in der letzten Ausgabe bereits berichtet vor kurzem Meinungen und Erfahrungen mit Kommunal-, Landes- und Bundespolitikern in Großhartau und Umgebung austauschen.
Neben vielen anderen Themen war die Linkspartei und der Umgang mit ihr in den neuen und den alten Ländern ein Schwerpunkt des Seminars. Dabei wurde nicht nur über sondern auch mit den Linken geredet. Einig war man sich, dass das Personal und daher auch das Auftreten der Linkspartei in Ost und West grundverschieden zu beurteilen ist. Während in den neuen Ländern teilweise die Personen aus den selben politischen Richtungen nach der Wende in verschiedene Parteien gewechselt sind, rekrutierte sich im Westen die ehemals WASG genannte Formation hauptsächlich aus frustrierten und von der Politik allgemein enttäuschten Menschen. Diese kamen auch aus Gewerkschaften und SPD-Reihen, oftmals gingen dem dabei menschliche Brüche voraus und es entwickelte sich in deren Reihen eine Art Frontalopposition ohne Anspruch auf Realitätsnähe. Diese Tatsache erschwert eine Zusammenarbeit zwischen den Parteien im Westen, während sich diese in den neuen Ländern einfacher und oftmals sogar fruchtbar gestaltet.
Insgesamt war das Seminarwochenende in Großharthau bzw. Bischofswerda und Dresden eine hervorragende Gelegenheit, einmal über den eigenen kommunal-/ landespolitischen Tellerrand hinaus zu schauen und miteinander und voneinander zu lernen. Neben den wertvollen politischen Erfahrungen an dem Wochenende in der Schwieberdinger Partnerstadt waren sich die Teilnehmer aber in einer Beurteilung ganz besonders einig: Es hat richtig Spaß gemacht!
Wir werden jedenfalls nicht zum letzten Mal unsere Freunde in Sachsen besucht haben und bedanken uns auch auf diesem Weg einmal mehr für die enorme Gastfreundschaft und die hervorragende Organisation dieses in allen Belangen gelungenen Wochenendes.
Carsten Zeising
Termine:
Die nächsten Termine für den SPD-Stammtisch stehen fest: wir treffen uns am Donnerstag, den 18. September, und am Donnerstag, den 29. November, jeweils ab 19:30 Uhr im Restaurant Mythos.