SPD Schwieberdingen

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SPD Ortsverein Schwieberdingen besucht den Bietigheimer Tag

Veröffentlicht am 24.03.2015 in Gemeindenachrichten

Bericht zu dem Thema: „Frieden schaffen mit/ohne Waffen“

Am Sonntag, 8. März 2015 fand in der Evang. Stadtkirche Bietigheim der Bietigheimer Tag 2015 statt, zu dem auch die SPD-Ortgruppe Schwieberdingen eingeladen war. Der Bietigheimer Tag ist die seit 1921 bestehende Gesprächsreihe zwischen der Evangelischen Kirche und der SDP in Bietigheim-Bissingen. Thema in diesem Jahr: „Frieden schaffen mit/ohne Waffen“ Deutschlands Engagement in Kriegs- und Kriesengebieten. Eingeladen hatte Thomas Reusch-Frey, Kirchenpolitischer Sprecher der SPD Landtagsfraktion.

Bereits am Vorabend, 7. März berichtete Dr. Martin Gehlen, Nahost-Korrespondent, in der Kirche über seine Arbeit: „Als Reporter vor Ort in Kriesengebieten – Einblicke in die Arbeit eines Journalisten zwischen Krieg und Frieden“. Martin Gehlen schilderte zum Auftakt Eindrücke aus seinem Wohnort Kairo von Mitte der Jahres 2013, sechs Wochen nach dem Sturz von Präsident Mohammed Murski: Bürgerwehren in den Straßen, gefesselte junge Leute, Soldaten und immer wieder Schüsse in der Nacht. Bis heute habe sich das Land nicht erholt. Gehlen nannte die Gründe. Die Aufbruchstimmung des „Ägyptischen Frühlings“ auf dem Tahrir-Platz, 2011 Zentrum der regimekritischen Bewegung gegen Präsident Mubarak, sei durch bloßen Machteifer und überhitztes Denken ersetzt worden. „Es gibt keinen Platz mehr für Demokratie und viele junge Leute tauchen in extremistische Kreise ab“, so Gehlen.

Machteifer und fanatischer Extremimus breiteten sich wie ein schnell wucherndes Krebsgeschwür in der arabischen Welt aus. Allein in Syrien seien 50 % der Bevölkerung auf der Flucht, jeden Tag würden 150 Menschen zu Tode gefoltert. Libyen, Algerien, Saudi-Arabien, der Jemen aber auch Tunesien seien nicht mehr zugänglich oder der Besuch sei lebensgefährlich. Mit der Barbarei des selbst ernannten Islamischen Staates (IS) schlage die „Stunde der Wahrheit“ für die islamischen Länder. Als Beispiele nannte Gehlen die Verwüstung des Museums im irakischen Mossul, die Zerstörung des Mauseleums des Propheten Jonas und der Roten Moschee sowie die Sprengung der Bibliothek, bei der 8.000 Bücher verbrannten. Erst jüngst haben IS-Kämpfer auch die altorientalische Metropole Nimrud im Irak zerstört. Und da sich der Staatenbund der islamischen Welt in Auflösung befinde werde der Gewalt wenig entgegen gesetzt.

Im Anschluss zeigte Gehlens Ehefrau Katharine Eglau Aufnahmen von Kulturstätten und religiösen Festen aus dem Jemen, Irak, Saudi-Arabien, Syrien, Libyen und Marokko. Es war ein bewusster Kontrast zu den Berichten von Terror und Barbarei.  

Der Sonntag begann in der Stadtkirche mit einem Gottesdienst, eingerahmt mit dem wunderschönen Gesang des Gospelchor der Ev. Gesamtkirchengemeinde, an dem die Kirchenbesucher dank der vorher verteilten Texte einige Lieder mitsingen konnten.

Nach dem wunderschönen Eröffnungsgesangs des Gospelchors der Ev. Gesamtkirchengemeinde folgte der Vortrag von Michael Roth MdB, Staatsminister im Auswärtigen Amt für Europa, der sich in den zahlreichen Krisengebieten der Erde auskennt. Denn Kraft seines Status im Auswärtigen Amt ist er auch Aufsichtsratsvorsitzender für internationale Friedenseinsätze (ZIF). Der SPD-Politiker und Christ kontrolliert zudem Lieferungen von Waffen aus Deutschland in alle Welt, damit sie nicht in aktuellen Konfliktgebieten eingesetzt werden. Getreu den Vorgaben der Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesminister Frank-Walter Steinmeier plädierte er  für Diplomatie zur Lösung von Konflikten. Angesichts der derzeit zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen in Afrika, im Nahen Osten und in der Ukraine durch staatliche und nichtstaatliche Organisationen setzte sich der Politiker für weitere Verhandlungen ein, auch wenn danach Vereinbarungen immer wieder gebrochen würden. Deutschland komme dabei gerade im Konflikt zwischen der Ukraine und Russland eine besondere Rolle zu. Es sei zwingend nötig, den Dialog mit Russland nicht abreißen zu lassen. Allerdings müssten Wirtschaftssanktionen gegenüber Putin schon sein, selbst wenn die russische Bevölkerung darunter leide. Generell lautete seine Grundüberzeugung: „Wir können uns nicht raushalten und müssen Verantwortung übernehmen“. Michael Roth sprach sich gegen die Einstellung des Waffenexportes aus, auch in Arabischen Länder, jedoch nach gründlicher Prüfung jedes Einzelfalls. Um die Entscheidungen wird jeweils in der Bundesregierung oft sehr lange gerungen, auch wenn eine Entscheidung auch manchmal falsch sein kann.

Als Höhepunkt der Veranstaltung empfanden wir die anschließende Podiumsdiskussion im Gemeindehaus, an dem neben den Moderatoren Pfarrer Bernhard Ritter und Thomas Reusch-Frey auch Michael Roth MdB, Prälat Prof. Dr. Christian Rose, der Polizeirat Jürgen Hauber und der Pazifist Paul Russmann teilnahmen.
Hauber, Ausbilder der Polizeikräfte sowohl im Kosovo als auch in Afghanistan, hat die kriegerischen Auseinandersetzungen in den Ländern hautnah miterlebt. Er stellte deshalb seinen Redebeitrag unter die These: „ Frieden schaffen ohne Waffen ist nicht möglich.“ Denn in Afghanistan hätte er ohne den Schutz durch bewaffnete Soldaten nicht arbeiten können. Trotz vieler Rückschläge hielt er es für einen großen Erfolg, dass jetzt viele junge Mädchen die Schule besuchen können.
Die Gegenthese kam von einem überzeugten Pazifisten: Paul Russmann von der Initiative „Ohne Rüstung leben“. Er sieht in der Rüstungsindustrie die Wurzel allen Übels und forderte unter anderem von Deutschland als dem drittgrößten Waffenexporteur dieser Welt den Rüstungshaushalt drastisch zu reduzieren. „Das Recht des Stärkeren muss weltweit durch die Stärke des Rechts abgelöst werden“, sagte er.
Dass es ohne Waffen nicht immer gehe sagte auch Prälat Professor Christian Rose, der die evangelische Kirche an diesem Tag des Dialogs mit der SPD repräsentierte. Wie auch schon in der Predigt im Gottesdienst am Morgen hob Rose hervor, dass es Angesichts an ethnischen Minderheiten in Afrika unverzeihlich wäre, nicht einzugreifen, „auch wenn wir  uns als evangelischen Christen eigentlich zur Gewaltfreiheit verpflichtet fühlen“.

Vom Bietigheimer Tag berichtete Peter Schlichting für den SPD Ortsverein Schwieberdingen

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